Eisprung & Depression: Wie wirkt sich der Eisprung auf die Stimmung aus?

Wie Hormone Sie während des Eisprungs depressiv machen können

Alle Frauen haben die gleichen allgemeinen hormonellen Veränderungen während ihres monatlichen Zyklus, aber manche Frauen reagieren empfindlicher auf diese Veränderungen als andere. Schuld daran ist der Östrogenabfall nach dem Eisprung. Dieser kann zu Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Wut und Weinerlichkeit führen. Für manche Frauen ist das bloß subtil und lästig, für andere Frauen jedoch verhält es sich jedoch wie eine lähmende, wenn auch kurzlebige Depression.


Es stimmt also, dass der Eisprung Depressionen auslösen kann, aber der Schweregrad und die Dauer dieser Depression sind von Person zu Person unterschiedlich. Es gibt eine Menge Belege und Literatur, die den Zusammenhang zwischen Eisprung und Stimmungsstörungen belegen. Sie werden als prämenstruellen dysphorischen Syndroms (PMDS) kategorisiert. Man geht davon aus, dass es sich bei PMDS um eine Störung der Gehirnchemie handelt, die durch den Eisprung ausgelöst wird. Eine in den Medical Clinics of North America veröffentlichte Studie ergab, dass Frauen mit PMDS unterschiedlich auf normale Hormonschwankungen reagieren. 


Während des gesamten Zyklus, steigt oder fällt der Hormonspiegel der Frau immer wieder.

Diese Veränderungen des Hormonspiegels können Veränderungen im Gleichgewicht der Neurohormone Dopamin und Serotonin auslösen. Das wiederum kann zu Veränderungen des psychischen Wohlbefindens führen und die psychische Gesundheit beeinträchtigen.


Für Frauen, die unter PMDS leiden, kann das sehr belastend sein. Wenn eine Frau bereits depressiv ist, können diese zyklischen Phasen die Symptome verschlimmern. Allerdings leiden nur etwa 5% der Frauen im gebärfähigen Alter an so starkem PMDS, dass die Symptome der Depression - die nach dem Eisprung beginnen und nach der Menstruation enden - schwerwiegend sind. Hinweise auf eine schwerwiegende Depression können Lustlosigkeit und Interessenverlust, Konzentrationsstörungen, Veränderungen beim Ess- oder Schlafverhalten, extreme Reizbarkeit und manchmal sogar Selbstmordgedanken sein.

Welche Menschen sind besonders gefährdet, nach dem Eisprung eine Depression zu entwickeln?

Menschen mit psychischen Grunderkrankungen können nach dem Eisprung besonders anfällig für Depressionen sein. Menschen mit zugrundeliegenden Angstzuständen und Depressionen berichten über eine Verschlimmerung der Symptome um den Zeitpunkt des Eisprungs. Auch bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung wurde der Eisprung mit einer Verschlimmerung der Symptome in Verbindung gebracht. Laut dem Center for Women's Mood Disorders am University of North Carolina Medical Center leiden 40 % der Menschen, bei denen PMS diagnostiziert wird, auch an einer klinischen Depression, was bedeutet, dass es schwierig sein kann, die Krankheit zu diagnostizieren und wirksam zu behandeln.


Hinweis

Wenn Du den Eindruck hast, dass sich Deine Stimmungsschwankungen verschlimmern oder dass Du Stimmungsschwankungen im Zusammenhang mit dem Eisprung oder der Menstruation hast, ist es ratsam, dies einmal mit deinem Arzt zu besprechen. Bitte leide nicht im Stillen, sonder wende dich noch heute an Deinen Gynäkologen, Hausarzt oder Endokrinologen. 

 

 

 

1https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31078196/ 
2https://www.rbb-online.de/rbbpraxis/rbb_praxis_service/magen-darm-unterleib/periode-stimmung-psyche-depression-pmds-pms-menstruation-hormone-zyklus.html

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