Österreich senkt Mehrwertsteuer auf ausgewählte Verhütungsmittel – trackle begrüßt Signal für besseren Zugang zu reproduktiver Gesundheitsvorsorge
Bonn, 08.01.2026 – Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Österreich für bestimmte Verhütungsmittel ein Mehrwertsteuersatz von 0 Prozent. Die Maßnahme betrifft Pille, Spirale und Kondome und soll den finanziellen Zugang zu moderner Empfängnisverhütung verbessern. Das Unternehmen trackle bewertet diesen Schritt als wichtiges gesundheitspolitisches Signal für reproduktive Selbstbestimmung.
Hintergrund: Österreich im europäischen Vergleich abgeschlagen
Im europäischen Verhütungsatlas belegt Österreich Platz 19 von 46 Ländern. Deutschland liegt auf Platz 10, die Spitzenplätze gehen an Großbritannien, Frankreich und Belgien. Fachorganisationen kritisieren seit Jahren, dass der Zugang zu Verhütungsmitteln in Österreich strukturell erschwert sei.
Relevanz: Hoher Anteil ungeplanter Schwangerschaften in Europa
Europaweit sind 35 Prozent aller Schwangerschaften ungeplant oder ungewollt. Während die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche insgesamt rückläufig ist, verzeichnen einzelne Länder – darunter Deutschland – wieder steigende Zahlen. Der niedrigschwellige Zugang zu Verhütungsmitteln wird von Fachverbänden als zentraler Faktor für eine nachhaltige Reduktion ungeplanter Schwangerschaften bewertet.
Ziel der Steuerreduktion: Entlastung der Endverbraucher*innen
Die Steuerbefreiung soll Hersteller in die Lage versetzen, Preisvorteile direkt an Konsumentinnen und Konsumenten weiterzugeben. Damit sollen insbesondere Personen mit geringerem Einkommen leichter Zugang zu zuverlässigen Verhütungsmitteln erhalten. Zahlreiche Organisationen – darunter pro familia und über 36 weitere Verbände – fordern seit Jahren eine politische Anerkennung von Verhütung als Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.
Diskussion: Steuergerechtigkeit versus Gesundheitsvorsorge
Kritiker der Maßnahme verweisen auf mögliche Verzerrungen der Steuergerechtigkeit, wenn einzelne Warengruppen von der Mehrwertsteuer befreit werden. Befürworter betonen hingegen, dass Verhütung kein Konsumgut sei, sondern eine zentrale gesundheitliche und gesellschaftliche Aufgabe.
Politischer Ausblick
Langfristig könne eine konsequente Anerkennung von Verhütung als Gesundheitsvorsorge nur durch eine Erstattungsfähigkeit über die gesetzlichen Krankenkassen erreicht werden. Die ehemalige Ampelkoalition hatte entsprechende Überlegungen erstmals formuliert. Eine einheitliche Position der aktuellen Bundesregierung steht noch aus. Österreich setzt mit der aktuellen Maßnahme zumindest einen ersten Schritt.
Methoden der Natürlichen Familienplanung nicht von der Steuer befreit
Die Steuerbefreiung umfasst keine hormonfreien Verhütungsmethoden – obwohl diese erwiesendermaßen genauso sicher, aber mit weniger Nebenwirkungen belastet sind. Außerdem ermöglicht hormonfreie Verhütung die aktive Einbindung von Männern in den Verhütungsprozess, fördert das Körperverständnis und -bewusstsein beider Geschlechter und unterstützt geteilte Verhütungsverantwortung.
trackle kooperiert mit österreichischer Initiative „Informiert Verhüten in Vorarlberg“
Seit 2025 arbeitet trackle mit dem Projekt „Informiert Verhüten in Vorarlberg“ (INVVO) zusammen. Die Initiative stellt Frauen in der Region ein Jahr lang kostenlose Verhütungsmittel und eine umfassende Verhütungsberatung zur Verfügung. Auch trackle, ein zertifiziertes hormonfreies Verhütungssystem auf Basis der symptothermalen Methode, wird dort bereitgestellt.
Über trackle
trackle ist ein Vaginal-Sensor, der während des Schlafen getragen wird und die Körperkerntemperatur misst – präzise, sicher und unabhängig von der Schlafenszeit. Der Sensor übermittelt die gemessenen Daten nach dem Entfernen aus dem Körper automatisch an die zugehörige App. Im Zusammenspiel mit der Auswertung des individuellen Zervixschleims zeigt trackle verlässlich an, ob der aktuelle Tag fruchtbar ist oder nicht – ob also eine zusätzliche Verhütung nötig ist oder nicht.
- Auch im Schichtdienst oder mit einem unregelmäßigen Schlafrhythmus ist die Methode verlässlich.
- Die Auswertung erfolgt nach den Regeln der symptothermalen Methode, der einzigen leitlinienkonformen Verhütungsmethode in der Natürlichen Familienplanung.
- Hormonfrei und und sicher verhüten mit einem Pearl Index* vergleichbar zur Pille – trackle macht es möglich.
*Der Pearl Index bezieht sich auf die symptothermale Methode.
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trackle GmbH
Bertha-von-Suttner-Platz 1-7
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